AugenheilkundeFORUM OCULUS

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine mit dem Altern verbundene Krankheit, die in zunehmendem Maß das scharfe zentrale Sehen beeinträchtigt.
  • Von AMD sind schätzungsweise 30 bis 50 Millionen Menschen weltweit betroffen; in westlichen Gesellschaften ist AMD die führende Ursache für schweren Sehverlust.
  • AMD tritt in zwei Formen auf: trockene und feuchte AMD.
  • Die feuchte AMD ist weltweit nur für rund 10 Prozent aller Fälle von AMD, aber für 90 Prozent aller AMD-bedingten Erblindungen verantwortlich.
  • Global leiden ungefähr 1,3 Prozent der Menschen über 50 Jahren an einer feuchten AMD.
  • Ungefähr 1,3 Prozent der Menschen über 50 Jahren leiden an einer feuchten AMD. Bei Menschen über 50 Jahren liegt die Prävalenz in Europa von feuchter AMD bei rund 1,5 Millionen. In Deutschland leiden ca. 550.000 Menschen im Alter über 50 Jahren an feuchter AMD und es kommen jährlich ca. 50.000 neue Fälle hinzu.

Was ist eine AMD?

AMD ist eine mit dem Altern verbundene Krankheit, die in zunehmendem Maß das scharfe zentrale Sehen beeinträchtigen kann. Die Makula, d.h. der gelbe Fleck in der Netzhaut (Retina), ist nicht größer als ein Stecknadelkopf, enthält aber ungefähr 8 Millionen Zellen, die für das Farbsehen und insbesondere für das scharfe Sehen verantwortlich sind. Im Laufe des Alterns können Abfallprodukte des Stoffwechsels nicht mehr natürlich vom Auge abtransportiert werden. Stattdessen sammeln diese sich im Bereich der Makula an und können dadurch die Versorgung der Netzhautzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen behindern, mit der Folge, dass diese Zellen allmählich absterben. So kommt es zu einem Untergang der Makulazellen und einer entsprechenden Verschlechterung der zentralen Sehschärfe.

Es existieren zwei Formen von AMD: trockene und feuchte AMD.

  • Trockene AMD. Diese Form von AMD ist durch einen langsamen Untergang der lichtempfindlichen Zellen in der Makula gekennzeichnet, der dazu führt, dass das zentrale Sehen verschwimmt. Im weiteren Krankheitsverlauf kann das zentrale Sehen im betroffenen Auge mit der Zeit auch vollständig verloren gehen. Das Fortschreiten einer trockenen AMD erfolgt üblicherweise langsam und bereitet keine Schmerzen.
  • Feuchte AMD. Bei dieser Form von AMD kommt es zum Austritt von Blut und Flüssigkeit aus den unterhalb der Netzhaut liegenden, erkrankten Blutgefäßen. Eine feuchte AMD ist aggressiver als eine trockene und kann unbehandelt innerhalb von Monaten zu irreparablen Sehschäden führen. Obwohl nur in rund 10 Prozent aller Fälle eine feuchte AMD vorliegt, besitzt diese oftmals drastische Auswirkungen auf die Lebensqualität, da die Erkrankung so rasch fortschreitet. Alle Menschen mit feuchter AMD litten zuvor an einer trockenen Form. Die trockene Form kann fortschreiten und einen Sehverlust verursachen, ohne zuvor in die feuchte Form überzugehen. Außerdem kann sich eine trockene Form plötzlich zu einer feuchten Form entwickeln, auch in frühen Stadien einer AMD. Es lässt sich nicht vorhersagen, ob oder wann eine trockene AMD in eine feuchte übergeht. Eine feuchte AMD ist für 90% der Fälle mit erheblicher Sehbehinderung (legally blind) aufgrund von AMD verantwortlich. Da AMD auf die Makula begrenzt ist, beschränkt sich die Beeinträchtigung der Sehkraft auf das zentrale Sehen. Typischerweise verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, zu lesen oder Gesichter zu erkennen, nicht aber das volle Sehvermögen, da das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt.

Wie häufig ist eine feuchte AMD?

Ungefähr 1,3 Prozent der Menschen über 50 Jahren leiden an einer feuchten AMD. Bei Menschen über 50 Jahren liegt die Prävalenz in Europa von feuchter AMD bei rund 1,5 Millionen. In Deutschland leiden ca. 550.000 Menschen im Alter über 50 Jahren an feuchter AMD und es kommen jährlich ca. 50.000 neue Fälle hinzu.

Wie wird eine feuchte AMD diagnostiziert?

Eine feuchte AMD wird mit verschiedenen Untersuchungsmethoden diagnostiziert:

  • Prüfung der Sehschärfe: Misst die Klarheit und Schärfe des Sehvermögens mit Hilfe der ETDRS-Standardtafel (Buchstabentafel).
  • Amsler-Netz-Test: Misst Verzerrungen und kleine Unregelmäßigkeiten im zentralen Gesichtsfeld.
  • Funduskopie: Untersuchung und Feststellung von Drusen sowie Gefäßneubildungen mit Hilfe eines entweder am Kopf angebrachten oder in der Hand gehaltenen Ophthalmoskops für die Betrachtung der Peripherie sowie einer Spaltlampe für die Betrachtung des Zentrums des Augenhintergrunds, in Kombination mit speziellen Linsen.
  • Fluoreszenzangiographie: Zur Bestätigung des Vorliegens und der Lokalisation von Gefäßneubildungen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Ermöglicht die Anfertigung von hochaufgelösten Bildern der Netzhaut, um das Vorliegen von Gefäßneubildungen oder Flüssigkeit zu bestätigen und während der Behandlung den Therapieerfolg zu beobachten.

Wie wird eine feuchte AMD behandelt?

Die Behandlung mit VEGF-Inhibitoren (VEGF = Vascular endothelial growth factor) hat die Behandlung der feuchten AMD revolutioniert und stellt heute die am häufigsten angewendete Therapie dar.

Vor der Therapie mit VEGF-Inhibitoren wurden die Patienten mit chirurgischer Laserbehandlung oder photodynamischer Therapie (PDT) behandelt.

VEGF ist ein körpereigenes Protein, dessen normale Rolle darin besteht, die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) anzuregen und so das Wachstum von Gewebe und Organen zu unterstützen. VEGF wurde auch mit krankhafter Bildung und Fragilität von neuen Blutgefäßen im Auge, Gefäßdurchlässigkeit und Ödembildung in Zusammenhang gebracht. Bei der Behandlung der feuchten AMD wird der VEGF-Inhibitor in Form intravitrealer Injektionen verabreicht.

Was geschieht, wenn eine feuchte AMD nicht behandelt wird?

Eine feuchte AMD ist eine tückische Erkrankung und kann unbehandelt zu Vernarbungen der Netzhaut und einem dauerhaften Verlust des zentralen Sehvermögens führen.

Eine feuchte AMD stellt für die Patienten oftmals eine invalidisierende Erkrankung mit erheblichen Auswirkungen dar, die die Lebensqualität drastisch verschlechtern können. Patienten mit einer feuchten AMD verlieren oft ihre Fähigkeit, zu lesen und zu schreiben und Haushaltsarbeiten zu verrichten. Zudem kann es ihnen schwer fallen, Gesichter oder Gegenstände zu erkennen. Die Krankheit kann die Mobilität und Unabhängigkeit der Betroffenen einschränken, was sich wiederum erheblich auf ihr emotionales Wohlbefinden auswirkt.

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